Kürbissorten – jetzt wird’s bunt!

Hokkaido, Butternuss und Bischhofsmütze – die Familie der Kürbisarten ist groß, mehr als 800 Sorten Speise- und Zierkürbisse gibt es. Lies hier welches die bekanntesten Kürbissorten sind und was sie so besonders macht.

Welche Kürbissorten gibt es?

“Cucurbita”, so heißt der Kürbis wissenschaftlich. Typisch für ihn sind große, fleischige Früchte, die sich je nach Kürbissorte stark in Form und Farbe von einander unterscheiden. Die bekannteste und am häufigsten verwendete Kürbisart in der deutschen Küche kennst du sicherlich: den Hokkaido Kürbis. Aber auch andere Sorten wie Butternut (oder auch Butternuss); Muskat– und der Spaghetti-Kürbis schmecken lecker und für viele köstliche Kürbis-Rezepte perfekt.

Aus botanischer Sicht ist der Kürbis übrigens kein Gemüse. Er gehört wie Gurken und Melonen zu den Beerenfrüchten. Er stammt ursprünglich aus Lateinamerika und wird heute auf der ganzen Welt angebaut. Die korrekte botanische Einordnung ist für einen Laien nicht ganz einfach. Die Gattung der Kürbisse unterteilen sich in viele Unterarten und Sortengruppen, die auch Wildformen mit einbezieht. Da ich weder Biologe noch Botaniker bin, belasse ich es an dieser Stelle bei einer einfachen Unterteilung in die sogenannten Gartenkürbisse, die Moschus-Kürbisse und die Riesen-Kürbisse. Wer hier noch tiefer einsteigen möchte, dem empfehle ich mal bei Wikipedia vorbeizuschauen, dort gibt es einen recht ausführlichen Artikel über Kürbisse und ihre botanische Unterteilung.

Speisekürbisse und Zierkürbisse – welcher Kürbis ist essbar?

Als erste grobe Unterscheidung können Kürbisse in zwei Gruppen unterteilt werden: den Speisekürbis und den Zierkürbis. Letztere sind meist ungenießbar, sehen dafür hübsch aus. Sie eignen sich für tolle herbstliche Dekorationen zuhause, auf dem Balkon oder im Garten. Zierkürbisse sind oft kleiner als Speisekürbisse und sie sind, wie der Name schon sagt, nur zur Dekoration geeignet und nicht essbar. Grund dafür ist der Bitterstoff Cucubitacin. Zierkürbisse schmecken nicht nur unglaublich bitter, Cucubitacin ist giftig und kann zu schweren Magen- und Darmbeschwerden führen.

Sommerkürbisse und Winterkürbisse

Bestimmt hast du auch schon von Sommerkürbissen und Winterkürbissen gelesen. Vorwiegend in den USA werden Kürbisse nach folgenden Kriterien unterschieden.

Der Sommerkürbis wird in der Regel unreif geerntet. Dadurch hat er eine noch feine, weiche Schale, die man mitessen kann. Das eindeutigste Erkennungszeichen für einen Sommerkürbis ist der eckige, scharfkantige Stiel. Auch hat der Sommerkürbis eine kurze Vegetationszeit und kann relativ schnell nach der Aussaat geerntet werden. Gleichzeitig aber bleibt er nicht sehr lange frisch. Der Kürbis sollte kühl bei sieben bis zehn Grad gelagert werden und ist maximal drei Wochen haltbar. Der wohl bekannteste Sommerkürbis ist die Zucchini. Aber auch der hübsche Patisson und der Spaghetti-Kürbis gehören in diese Gruppe.

Winterkürbisse gibt es in vielen Varianten, Farben und Größen. Sie benötigenlange um zu reifen, haben eine harte Schale und einen runden Stiel. Die Bezeichnung “Winterkürbis” bezieht sich auf deren Lagerfähigkeit, nämlich den Winter über. An dunklen, kühlen Lagerorten hält ein Winterkürbis oft mehrere Monate. Bei den Winterkürbissen ist es der Hokkaido Kürbis und die Bischofsmütze, auch Turbankürbis, die wir in vielen Gerichten so lieben.

Beliebte Kürbissorten im Überblick

Geht es dir auch so? Es gibt unzählige verschiedene Kürbissorten und letztlich greifst du doch wieder immer zur gleichen Sorte? Zugegeben, bei der Vielfalt kann man leicht den Überblick verlieren. Ich stelle dir die beliebtesten Kürbissorten vor, die Du essen kannst. Vielleicht ist dein neuer Lieblingskürbis dabei? Probier’ doch einfach einmal eine neue Sorte aus.

Hokkaido

Der wohl bekannteste und beliebteste Speisekürbis ist der Hokkaido-Kürbis. Er gehört zu den Riesenkürbissen, auch wenn es sich beim ihm um eine eher kleine Kürbissorte handelt.

Schale und Fruchtfleisch sind leuchtend orange, sein Aroma mild nussig. Das Besondere an ihm: man kann ihn mit Schale essen. Das zeichnet ihn gegenüber vielen anderen Speisekürbissen aus.

Aus dem breit-runden Hokkaido kannst du eine köstliche Kürbissuppe zaubern, ein aromatisches Chutney kochen oder einfach nur Kürbis Püree herstellen, das Du vielseitig nutzen kannst.

Butternuss (Butternut)

Der Butternuss-Kürbis oder auch Butternut gehört zur Familie der Moschus-Kürbisse. Oft wird er auch Birnenkürbis genannt, weil er wie eine zu groß geratene Birne aussieht.

Er hat eine glatte, hellgelbe Schale und helles orangefarbenes Fruchtfleisch. Auch hat der Kürbis nur wenige Kerne, dafür sehr viel Fruchtfleisch, dass Du gut verarbeiten kannst. Zudem zeichnet er sich durch seine lange Lagerfähigkeit aus.

Durch sein feines, buttriges Aroma ist der Butternuss perfekt für köstliche Kürbiscremesuppen oder Püree. Aber auch in Streifen geschnitten und im Ofen gegart ist er ein Genuss.

Muskatkürbis

Der Muskat-Kürbis gehört ebenfalls zur Familie der Moschuskürbisse und ist eng mit dem Butternuss-Kürbis verwandt.

Auffallend ist seine gerippte Schale, die sich von dunkelgrün über orange nach gelb und hellbraun färbt. Ein reifer Muskatkürbis hat eine weiche Schale und wenig Kerne. Das eher feste Fruchtfleisch schmeckt fruchtig und duftet fein nach Muskat.

Den Riesenkürbis kannst du auf viele verschiedene Arten zubereiten. Er schmeckt gebraten mit Rosmarin als aromatische Beilage einfach herrlich, macht aber auch als cremige Kürbissuppe einen super Figur.

Patisson oder kleine Bischofsmütze

Der Patisson hat ist ein besonders kleiner Kürbis, mit vielen Namen: kleine Bischofsmütze, Kaisermütze oder UFO-Kürbis, um nur ein paar zu nennen. Er gilt als eine der ältesten Kürbissorten, denn er soll schon zur Zeit der Inkas in Amerika angebaut worden sein.

Die Kürbisfrüchte messen nur 10-25 cm im Durchmesser und haben meist eine gelbe, weiße oder grüne Schale. Oft gibt es ihn auch zweifarbig. Die kleinen, zarten Exemplare kannst Du mit Schale und Kernen essen.

Geschmacklich erinnert der kleine UFO-Kürbis stark an Zucchini, manchmal auch leicht artischockenartig. Je kleiner die Kürbisse sind, desto aromatischer und süßer schmecken sie. Der Patisson eignet sich zum Füllen genauso gut wie zum einlegen. Der Clou, sind die Minis noch jung und zart, schmecken sie auch roh als Salat phantastisch.

Spaghettikürbis

Der Spaghetti-Kürbis stammt ursprünglich aus Japan und gehört zu den Gartenkürbissen. Er wird bis zu 25 cm lang und bis zu 3 kg schwer. Seine gelben Schale erinnert er stark an eine Honigmelone.

Seinen Namen hat diese leckere Kürbissorte durch sein spezielles Fruchtfleisch erhalten. Es besteht aus Fasern und zieht nach dem Garen spaghettiähnliche Fäden. Also prima geeignet für alle, die eine gesunde, köstliche Alternative zu Nudeln suchen. Er schmeckt toll mit einer aromatischen Tomatensoße.

Gelber Zentner

Der gelbe Zentner gehört, wie sein Name schon verrät zur Familie der Riesenkürbisse. Die Früchte werden 30 bis 40 kg schwer, aber auch ein Gewicht von 50 kg ist keine Seltenheit bei ihnen. Die runden Riesen haben eine gelbliche,gerippte Schale und festes gelbes Fruchtfleisch.

Während man früher gelbe Zenter vorwiegend als Viehfutter verwendet hat, gehören sie mittelerweile zu den beliebtesten Kürbissen in unserer Küche. Das wasserreiche Fruchtfleisch ist perfekt für Suppe oder zum Einlegen geeignet. Aber auch für Kürbismarmelade, Chutneay oder als Ofengemüse ist der Riese sehr schmackhaft.

Zucchini

Was kaum jemand weiß, der Zucchini gehört zu den Gartenkürbissen und stammt ursprünglich aus Mittelamerika. In der Schweiz heißen diese Sommerkürbisse übrigens “Zucchetto”. Das Wort selber stammt aber aus dem Italienischen. Dort heißen sie “zucchino”, von “zucca” = der Kürbis.

Die länglichen, zylindrisch-kantigen Früchte haben einen grüne bis dunkelgrüne Schale. Das Fruchtfleisch weiß bis hellgrün. Zucchini werden in der Regel unreif mit einer Länge von 10 bis 20 cm geerntet, wodurch sie klein und zart sind. Mittlerweile sind aber auch runde Zucchini auf dem Markt erhältlich.

Zucchini haben einen relativ geringen Eigengeschmack und sind deshalb die Verwandlungskünstler unserer Küchen. Gerade in der mediteranen Küche glänzen sie in Suppen, Ratatouille oder als Grillgemüse. Aber auch Zucchinibrot oder Zucchinikuchen werden immer beliebter.

Zierkürbissorten

Zierkürbisse sind eine Unterart der Kürbisgewächse und wie der Name schon sagt sind sie ausschließlich zur Dekoration geeignet, den Zierkürbisse sind in der Regel giftig und nicht zum Verzehr geeignet. Sie enthalten den Bitterstoff Cucurbitacin, der beim Verzehr zu schweren Magen- Darmbeschwerden führen kann.

Die dekorativen Zierkürbisse fallen durch ihre besondere Form und Farbgebung auf. Sie haben oft warzenartige, kubbelige Auswüchse an der Schale und sind zumeist kleiner als ihre essbaren Verwandten.

Bunt, lecker und vielseitig

Kürbis gehört für ich zur Herbstküche einfach dazu. Auf Bauernhöfen, in Hofläden und auf dem Wochenmarkt gibt es sie in allen Farben und Formen – Zeit für köstliche Rezepte, die in der dunklen Jahreszeit nicht nur dem Bauch, sondern auch die Seele wärmen. Wie wäre es z.B. mit aromatischen Kürbis-Muffins mit Streuseln? Oder einer cremigen Kürbisuppe?

Falls der Kürbis für dich bisher noch nicht so der Knaller in der Küche war solltest du in diesem Jahr unbedingt über deinen Schatten springen und das vielseitigen Kullergemüse unbedingt ausprobieren.

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  • Vielen lieben Dank Irena für deinen lieben Kommentar <3
    Ich finde Kürbisse auch total toll und ich habe schon ein paar leckere Rezepte gekocht, die ich in den kommenden Wochen hier auf dem Blog vorstellen werden 😉
    Und diese Kürbis-Muffins, ja, die solltest du wirklich unbedingt probieren. Ich war selber total überrascht und sogar mein Papa fand sie super und der ist wirklich ein toller Bäcker und Koch. 😉
    Sei ganz lieb gegrüßt von der Bine

  • Oh lieben Dank Stefanie 🙂
    ich bin so froh, dass mir das “Erstlingswerk” so gut gelungen ist und er dir so gut gefällt.
    Der nächste Artikel ist schon in der Pipeline^^
    Ganz liebe Grüße
    von der Bine

  • Hallo Sabine, vielen Dank für den tollen Artikel mit den schönen Bildern. Ich liebe Kürbisse. Allein schon die mega Farben, Formen und die vielseitige Verwendung. Im Herbst leuchtet die Deko bei mir immer in Orange-Grün. Schade nur, dass es bei uns im hohen Norden nicht solche prächtigen Kürbis-Feste gibt wie in Süddeutschland. Die Kürbis-Muffins werde ich auf jeden Fall nachbacken.
    LG,
    Irena

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